Serielle Geschlechterdiskurse im gegenwärtigen US-amerikanischen Kabelfernsehen

Assoziiertes Projekt F

Dieses Projekt erforscht die Herstellung von Geschlecht (bzw. Geschlechtlichkeiten) in aktuellen US-amerikanischen Fernsehserien und fragt, inwiefern sich Serialität als kennzeichnendes Format der Narration, Produktion und Rezeption auf diese Herstellungsprozesse auswirkt.

In Bezug auf Fernsehserien wird deutlich, dass Geschlecht nicht durch eine bewusste Entscheidung von Individuen oder Subjekten ausgesucht, sondern Geschlechtlichkeiten diskursiv durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren erzeugt werden. So wird jede Thematisierung von Geschlecht auch immer von Geschlechterdiskursen in der Rezeption dieser Serie begleitet. Geschlecht entsteht so nicht nur im „eigentlichen“ Fernsehtext, sondern auch außerhalb dieses in autorisierten Paratexten wie Making-Ofs, Interviews oder Spin-Offs und in nicht-autorisierten, inoffiziellen Räumen wie Online-Foren, Fan Fiction, Blogs, Recaps, TV Criticism, etc.

Die drei Serien The Walking Dead (AMC, 2010-2017), Breaking Bad (AMC, 2008-2013) und Girls (HBO, 2010-2017) wurden ausgewählt, weil sie für den aktuellen Diskurs um Geschlecht in Fernsehtexten konstitutiv sind. Das Projekt betrachtet sowohl die Geschlechterdiskurse der Rezeption einer bestimmten Serie als auch deren selbst-reflexive Auswirkungen auf die Serie selbst (so etwa Reaktionen, die in einer neuen Staffel aufgegriffen und kommentiert werden). Gefragt wird nach den Texten, Aussagen, Diskussionen oder Kontroversen, welche als diskursive Knotenpunkte zentral für das narrative Fortsetzungsmanagement der Serien und somit auch insgesamt für Diskussionen um Geschlecht(lichkeit) und serielle Narration gewichtig werden.

Bearbeiterin: Maria Sulimma, John-F.-Kennedy-Institut, FU Berlin