Serielle Figuren im Medienwechsel

Teilprojekt 2

Das TP untersucht anhand von topischen Figuren, die sich in der populärkulturellen Imagination des 20. und 21. Jh.s fest etabliert haben (Frankenstein, Dracula, Sherlock Holmes, Tarzan, Fu-Manchu, Superman und Batman) die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den Prinzipien der Serialität und der Medialität in ihrer historischen Entfaltung. Im Zentrum des Projekts stehen Figuren, deren populärkulturelle Karriere von unterschiedlichen Medien geprägt wurde, deren Inszenierung also einen oder mehrere Medienwechsel durchlief. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie sich unterschiedliche mediale Formen auf serielle Erzählinhalte auswirken. Die für serielle Figuren zentralen Aspekte der Repetitivität und Wiedererkennbarkeit werden demnach spezifisch mit Blick auf die expliziten Variationen oder subtilen Revisionen untersucht, die sich vor allem an Medienwechseln und Brüchen zwischen Repräsentationsformen festmachen lassen.

Grundthese des TP ist, dass sich die Inszenierungen von seriellen Figuren nicht nur mittels unterschiedlicher Medien vollziehen, sondern dass die Medien und ihre spezifischen Medialitäten selbst im Rahmen der Inszenierungen thematisch werden, dass also die Inszenierung von seriellen Figuren ein narrativ bedeutsames und formengeschichtlich folgenreiches Moment medialer Selbstreflexivität aufweist. Das TP ist medientheoretisch, narratologisch und technologiehistorisch angelegt. Für die Forschergruppe soll es vor allem die materiellen Rahmenbedingungen und Entwicklungsdynamiken einer Ästhetik populärer Serialität erschließen.


Leiterin: Prof. Dr. Ruth Mayer, American Studies, Hannover
Bearbeiter: Dr. Shane Denson, American Studies, Hannover